frau am bau

22 Dezember 2006

Eine Woche später...

...sieht es gar nicht mehr so nach "einziehen und wohlfühlen" aus. Die Fußböden in den beiden Zimmern und im Flur (Spanplatten mit zwei Schichten PVC drauf und mindesten einer Schicht Linoleum drunter) sind raus, in meinem zukünftigen Zimmer sind alle Tapeten ab, bei Swen an der Außenwand.
Es ergab sich:
- bei mir sind die Wände mit Gipsputz verputzt
- bei Swen sind es Rigips-Platten
- unter den Verlegeplatten liegt Pitchpine, die aber zu verworfen ist, um sie verwenden zu können
(ich komme mir vor wie jemand, der einen Schatz findet und ihn gleich wieder vergräbt)
- im Flur ist die zweite Schicht Linoleum mit Hunderten kleiner Nägel befestigt (das wird noch eine Freude, die zu ziehen!)
- unter den Dielen ist 20 cm Luft und dann 1 cm Bauschutt, das ist als Trittschall ziemlich ärmlich! Also: wir werden Zelluloseflocken einblasen.
- an der Therme ist der Druckausgleichsbehälter kaputt (kann aber noch betrieben werden, mal sehen, was der Schornsteinfeger dazu sagt...)
- mit Niels haben wir einen Held am Bau mit im Boot!

14 Dezember 2006

der erste Tag im Dachboden

warum sollten sich das Naturgesetz der Baustelle (alles kommt anders als man geplant hat) nicht gleich am allerersten Tag in voller Breite zeigen?
In einer schlaflosen Nacht hatte ich entschieden, daß es besser ist, die Verlegeplatten hochzunehmen und (statt der billig&schnell-Lösung Baumarkt-Klickparkett) einen richtigen Dielenboden zu verlegen. Da kriegen wir einen ordentlichen Boden und können auch gleich mal einen Blick darauf werfen, was sich darunter befindet. Und dämmen können wir auch, auch wenn sich die Geister scheiden, ob es nötig ist, nach unten zu dämmen.
Ich hatte sogar zwei Beispielplatten aus dem Bau-Laden mitgebracht zur Ansicht (Kastanie und Seekiefer). Beide waren für gut befunden worden.
So weit, so gut.
Alles schien geplant zu sein: ich nehme eine Ecke Boden hoch, stelle die Balkenabstände fest und daraus ergibt sich, ob es Kasatnie oder Seekiefer wird (letztere gibt es auch in dickeren Stärken, falls der Abstand zu gr0ß ist)
Aber wie ich gestern mit allergrößter Mühe das erste Stück Verlegeplatte (ganz was anderes als in meiner alten Wohnung, nämlich dicker Press-Span) hochnehme, da kommt gar nicht so ein verratzter Boden zum Vorschein, sondern (sofern man das von so einer kleinen Ecke beurteilen kann) ganz ordentliche Dielen.
Wat nu?
Erstmal muß ich eine Handkreissäge kaufen gehen, denn die Platten sind viel zu schwer, um sie anzuheben. Außerdem will ich ja nun erstmal schonend für den Unterbau sägen. Vielleicht läßt sich der Boden ja retten...
Daraus ergeben sich natürlich wieder andere Probleme z.b. daß der Boden nun recht tief liegt, deswegen die Türen zu kurz sind und Bad und Küche im Vergleich hoch liegen und wir außerdem eigentlich neue Stromkabel unter den Boden legen wollten.
Bei den Wänden mußte ich festellen, daß ich mich mit westlichen Altbauten nicht auskenne. Denn unter der Raufaser (die aus meinem Zimmer unbedingt verschwinden soll) befindet sich Trockenbau, der vollflächig verputzt/verspachtelt ist? Gibt´s sowas überhaupt?
Vielleicht sollte ich das freundliche Angebot des Kreidezeit-Dealers annehmen und ihn mal einen Block darauf werfen lassen...

29 Dezember 2005

Über den Umgang mit Helfern

letztlich hatten wir einen freundlichen Helfer, der sich anbot, mir bei Erdarbeiten zu helfen. Es ging darum, an einer Stelle einen grasbewachsenen Hügel abzutragen und ich sagte zu ihm: "Mit der dabei anfallenden guten Erde kann das Loch dort hinten aufgefüllt werden." Sprach´s und ging, an einer anderen Stelle was zu arbeiten.
Später, als er wieder weg war, habe ich mir die Stelle mit dem Loch dann mal angesehen und war entsetzt. Überr dem ehemaligen Loch wölbte sich nun ein Hügel aus Grassoden und Erde!
Ich habe dann einen ganzen Nachmittag damit verbracht, diese fiese Mischung wieder abzutragen und dabei leise und laut vor mich her geflucht.
Was war schief gelaufen? Hatte ich mich so mißverständlich ausgedrückt? Ist "gute Erde" als Unterscheidung zu "böse Grassoden" und "auffüllen" im Unterschied zu "aufhäufeln" nicht ausreichend?
Es läuft wahrscheinlich immer wieder auf dasselbe hinaus: Gäste, die helfen wollen, wollen (und manche können) dies nur ganz selten allein und selbständig tun. Es scheint unvermeidlich, daß man sie nicht aus den Augen läßt, um sie bei Laune zu halten und/oder zu verhindern, daß sie Dinge ganz anders machen als gewünscht.
Darüber hinaus wollen sie immer überschaubare, in sich abgeschlossene Arbeiten machen, am liebsten Dinge, die möglichst viel "hermachen", wie Mauerdurchbrüche, Schuppen abreißen, Putz von Wänden abklopfen. Das Aufräumen hinterher ist allerdings höchst unbeliebt, das ist genau so eine Arbeit, die nicht hermacht.

23 November 2005

erst nachdenken!


Am letzten Wochenende hatte ich eine kleine Tischlerinnenarbeit zu erledigen: ich war gefragt worden, ob ich ein hübsches Regal zum Aufhängen über die Spüle bauen wollte. Holz bekam ich gestellt: 3 Bretter, 80 x 30 cm. Frohgemut machte ich ein paar Skizzen und hatte recht schnell eine hübsche Idee.
Fix hatte ich mir mit etwas Papier Schablonen dazu hergestellt und die Form der Seitenwände und der Rückwand aufgezeichnet.
Die eine Seitenwand hatte ich auch schon ausgesägt, da überkamen mich plötzlich Zweifel: war da nicht ein Fehler in der Denke? Wenn ich die Seitenwände auf das untere Brett stelle, dann kann ich die Rückwand nur von hinten an das untere Brett anschlagen lassen und das bedeutet, daß es um die eigene Dicke nach unten rutscht. Das Muster gab aber vor, daß Seitenwände und Rüchwand gleich hoch sei mußten, sonst würde es doof aussehen.
Zweiter Versuch: die Seitenwände kommen stumpf außen gegen das Hauptbrett. Dann ist die Rückwand zu kurz, weil die Dicke beider Seitenwände fehlt.
Dritter Anlauf: Rückwand stumpf von außen gegen das Hauptbrett angeschlagen und die Seitenwände von außen gegen Hauptbrett und Rückwand, wobei sie um die Dicke nach hinten verschoben sind. Dann steht zwar das Hauptbrett um die Dicke vor, aber das läßt sich absägen oder mit abgerundeten Ecken leicht beheben.
Hapü. Das Brett ist gerettet. Aber vorheriges Nachdenken hätte mir ein paar schlimme Minuten erspart!

07 November 2005

Werkzeuge und Küchenkram

Da war es doch wieder passiert: der Schneebesen lag auf der Werkbank. Wie war er dort nur hingekommen?
Nach einigem Nachdenken fiel es mir wieder ein. Da hatte ich doch kürzlich etwas aus Metall gebraucht, das genau diesen Durchmesser hatte, um etwas drumrum zu wickeln...

Man kann es nicht leugnen: so manches Werkzeug, was man sucht, findet sich in der Küche. Glücklicherweise bin ich ja selber die "Hausfrau" und kann mir also immer Erlaubnis dafür geben.
Ich weiß allerdings, daß bei anderen Leuten bei solchen Gelegenheiten regelmäßig der Haussegen schief hängt. Wenn Dinge aus der Küche entführt werden, gerät so manche Hausfrau an den Rand zum hyterischen Anfall. Dabei gibt es nichts besseres um Tapetenkleister anzurühren als einen Schneebesen. Auch der Meßbecher aus Metall eignet sich vorzüglich zum Anrühren diverser Dinge. Die Küchenschere ist immer scharf und zur Hand...
Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen.
Umgekehrt wandert so manches Werkzeug ohne Umweg in die Küche. Sei es, um auf dem Küchentisch darauf zu warten, wieder in die Werkstatt gebracht zu werden, sei es, um daran zu erinnern, daß an anderer Stelle damit weitergearbeitet werden sollte. Sei es, weil es doch viel angenehmer ist, die Bohrmaschiene an einem gut geheizten, gut beleuchteten Ort auseinander zu bauen.
Ich bin immer wieder beruhigt, so etwas auch bei anderen Leuten zu sehen. Der Tisch muß nur groß genug sein für Kaffetassen UND Schraubendreher ;-)

01 November 2005

warum heißt der Blog so?

Ich bin eine Frau und ich baue. Das ist schon seit vielen Jahren mein Hobby, keineswegs mein Beruf.
Und dies stößt immer wieder auf allergrößten Unglauben und/oder Amüsement. Die Frau auf der Baustelle ist ein Fremdkörper, paßt da nicht hin.
Als ich in den 70er Jahren zur Schule ging, und zwar in eines dieser hochmodernen scheußlichen Monsterbauten, da gab es immer "Kunst am Bau". Dinge, die von allen ungläubig bestaunt und belächelt wurden. Deswegen der Titel.